Was ist eine Sterbeamme?
Was ist eine Traueramme?
Als Sterbeamme bin ich vertraut mit den Phasen des Sterbens und des Trauerns. Ich weiß, was Hinterbliebene belastet und welche Ängste Sterbende haben können. Ich habe mich mit alten Ritualen des Trauerns beschäftigt und entwickle passende Formen für die heutige Zeit. Ich begleite Angehörige so lange wie sie möchten – manchmal nur für kurze Zeit, manchmal ein ganzes Jahr.
Echt – du beschäftigst dich gerne mit dem Tod? Warum?
Auf der Seite „Wer ich bin.“ steht, welche Berührungspunkte ich selbst schon mit dem Tod hatte. Das, gemeinsam mit einer natürlichen Neugierde für das Thema, führte mich dazu, mich intensiv mit den Themen Sterben, Tod, Trauer zu befassen und mich als Sterbeamme ausbilden zu lassen. Ich möchte meine persönlichen Erfahrungen und das von mir Gelernte mit anderen teilen und dazu beitragen, dem Thema das Tabu zu nehmen.
Ich selbst möchte so gut wie möglich vorbereitet sein, wenn ich gehe. Diese Haltung möchte ich mit anderen teilen und sie und die ihnen Nächsten in der Vorbereitung unterstützen. Auch beim Gehen.
Wann genau kann ich dich genau anrufen?
Du entscheidest, wann der richtige Zeitpunkt ist. Bei einer schwierigen Diagnose (für dich oder einen geliebten Menschen, eines geliebten Tieres), in einer schwierigen Lebensphase, wenn ein dir wichtiger Mensch im Sterben liegt oder bereits gestorben ist. Wenn du dich mit dem Thema Tod beschäftigen möchtest, dich selber vorbereiten möchtest. Rein aus Interesse.
Was konkret
kannst du machen?
Ich kann ein Erstgespräch mit dir oder mit euch führen und mir anhören, was ihr braucht. Dann kann ich vorschlagen, inwiefern ich euch begleiten, was ich anbieten kann. Zuhören, Patientenverfügung oder ein würdezentriertes Interview schreiben, die Abschieds- oder Lebensfeiern gemeinsam mit dem Sterbenden vorbereiten und vieles mehr. Ich gehe hier ganz auf deine Wünsche und Bedürfnisse, auf deine Situation ein.
Spirituelle Sterbebegleitung –
für wen ist die?
Was heißt das?
Für alle Menschen, die sich mit ihrer eigenen Endlichkeit, ihrem eigenen Tod auseinandersetzten wollen. Für all jene, die diesem Thema nicht ausweichen, sondern den Tod als Freund und Lehrer in ihr Leben einladen wollen. Wer sein Leben von der Endlichkeit her zu verstehen versucht, der erfährt, wie kostbar jeder Augenblick im Hier und Jetzt ist. Für alle Menschen, die sich erlauben, ein geistiges Weltbild anzunehmen.
Was hat dich bei deinem Praktikum beim Bestatter am meisten überrascht?
Mit wieviel Würde die Mitarbeitenden den Verstorbenen begegnen. Dass Angehörige mit allen Bedürfnissen und Wünschen ernst genommen werden. Dass versucht wird, alles zu ermöglichen, damit ein guter Abschied gemacht werden kann.
Muss ich ein
bestimmtes Religions-
bekenntnis haben,
um mit dir zu arbeiten?
Die spirituelle Sterbebegleitung ist offen für alle Religionen und Glaubensrichtungen. Ich begleite Menschen in ihren individuellen Bedürfnissen und respektiere deren Glauben und Ansichten.
Was ist das Schöne
an deiner Arbeit?
Ich fühle mich privilegiert, Menschen in dieser so wichtigen, privaten und intimen Zeit begleiten zu dürfen. Jede Begegnung ist anders, jede Situation einzigartig. Das berührt mich immer wieder.
Was ist dein
größtes Lernen?
Die Akzeptanz der eigenen Vergänglichkeit. Das Bewusstsein darüber, dass Sterben bedeutet, alles was einem lieb und wichtig ist, loszulassen.